Es gibt aktuell keinen nachgewiesenen Nutzen für die Gesundheit (oder die Figur) durch eine fettarme Ernährung. Von dieser Empfehlung profitiert, wenn überhaupt, ausschließlich die Industrie. Fettreiche Lebensmittel wurden in der Vergangenheit fälschlicherweise lange Zeit als Krankmacher verteufelt, aber hier gilt es genau hinzusehen.

Fett ist nämlich nicht gleich Fett! Lebensmittel haben stets eine individuelle, in einem bestimmten Verhältnis stehende Zusammensetzung an Fettsäuren. Dies sind gesättigte, ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wobei aktuell in der Öffentlichkeit die wohl am meisten erwähnten Vertreter die Omega-Fettsäuren sind.
Omega-3- und -6-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fette, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Die bedeutsamsten Vertreter sind Alpha Linolensäure, Docosahexaensäure DHA, Eicosapentensäure EPA (alles Omega-3-Fettsäuren) und die Linolsäure als Vertreter der Omega-6-Fettsäuren. Pflanzen enthalten fast ausschließlich Alpha-Linolensäure, während beispielsweise in Fettfischen vorwiegend DHA und EPA enthalten sind.
Es ist für eine gute Funktionalität unseres Körpers entscheidend, ein richtiges Maß dieser Fettsäuren aufzunehmen. Die benötigte Menge ist jedoch relativ gering, zwischen 1 und 2 g langkettige Omega-3 Fettsäuren, bei Schwangeren und Stillenden jedoch mindestens 200 mg/Tag.Wichtiger als die aufgenommene Menge ist jedoch vor allem das Verhältnis der einzelnen Fettsäuren. In einer gesunden Ernährung sollte das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 maximal 1:5 betragen. Leider nehmen wir mit der typischen westlichen Ernährung viel zu viele Omega-6 Fettsäuren zu uns: rund zwölfmal so viel wie vom wertvollen Omega-3. Dieses Ungleichgewicht ist gefährlich, da es Entzündungen im Körper fördern und dadurch Krankheiten begünstigen kann. Denn aus den Fettsäuren werden Botenstoffe gebildet, die unter anderem Entzündungsvorgänge im Körper und das Fließverhalten unseres Blutes beeinflussen. Wie oben erwähnt, brauchen wir von den Omega Fettsäuren gar nicht besonders viel, und mehr ist nicht zwingend besser. Das liegt daran, dass die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sehr reaktionsfreudig sind. Sie reagieren im Körper sehr schnell mit anderen Stoffen, was oftmals die positiven Wirkungen verpuffen lässt.Mit unserer modernen Ernährung ist der Bedarf an Omega-6 Fettsäuren nahezu immer überschritten, diese stecken nämlich in vielen Pflanzenölen, Samen, Getreide und Fleisch aus industrieller Herstellung. Deshalb gilt es, die Omega-6 Aufnahme möglichst zu beschränken. Omega-3 essen hingegen viele Menschen heutzutage deutlich zu wenig. Denn Fleisch wäre eigentlich eine gute Quelle für Omega-3, doch zu wenig Bewegung der Tiere und zu viel Getreidefütterung führt dazu, dass industriell erzeugte Tierprodukte oftmals viel zu viel Omega-6 enthalten. Greifen Sie daher bei Eiern, Milch und Fleisch immer zu Weidehaltung, Bio oder Demeter, denn diese enthalten mehr Omega-3 Fettsäuren.


So klappt es mit einem gesunden Gleichgewicht
Verzichten Sie möglichst auf Omega-6 reiche Öle wie Distelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl und Sojaöl. Die meisten Fertigprodukten enthalten gerade diese Öle, da sie billig herzustellen und stets verfügbar sind. Als Basisöl in ihrer Küche verwenden Sie am besten „extra vergine“ Olivenöl in bester Qualität. Das enthält zwar auch nicht besonders viel Omega-3, dafür aber sehr wenig Omega-6, sodass die Omega-3 Fettsäuren optimal verwendet werden können. Greifen Sie regelmäßig zu fettem Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering. 
Pflanzliche Omega-3 Fettsäuren müssen zunächst in längerkettige Fettsäuren umgebaut werden und können uns aus diesem Grund alleine nicht vollständig versorgen. Eine bessere Quelle sind daher tierische Produkte, wobei die Fettsäuren in einer bereits verwendbaren Form vorliegen. Eine für Veganer geeignete Alternative ist Algenöl, z.B. Norsan-Kapseln.


Bitte dringend meiden!
Dringend meiden sollten Sie sogenannte Transfette. Oftmals werden diese, wenn überhaupt, auch als „gehärtetes Fett“ deklariert. Anders als in Dänemark, Österreich und Island gilt hierzulande nämlich keine Deklarationspflicht. Minderwertige Margarine, Frittieröl, Chips und Ähnliches aber auch oftmals alles, was an süßen Teilchen in der Auslage der Bäckereien liegt, bergen ein hohes Risiko einen nennenswerten Anteil von Transfetten zu enthalten. Menschen mit speziellen Ernährungsgewohnheiten (häufiger Verzehr von Fast-Food, Fertiggerichten, verschiedenen Backwaren und minderwertigen Margarinen) nehmen große Mengen teilgehärteten Fettes zu sich. Eine tägliche Einnahme von Fettsäuren mit fünf Gramm der Transfettsäuren steigert das Risiko der koronaren Herzerkrankung um 25 %.

Fettsäuren richtig einnehmen
Falls Sie es aufgrund Ihrer alltäglichen Ernährungsweise nicht schaffen Ihr Fettsäurenverhältnis richtig zu steuern, können Sie auch zu Omega-3 Nahrungsergänzungsmitteln in Kapsel- oder Ölform greifen. Dass hierbei nicht immer der gewünschte Effekt eintritt, könnte an einem Einnahmefehler liegen: Wenn Sie die Kapseln bzw. Öl zu einer fettarmen Mahlzeit oder auf nüchternen Magen nehmen, kann es sein, dass der Körper zu wenig fettspaltende Enzyme freisetzt. Das führt dazu, dass die wertvollen Fettsäuren einfach wieder ausgeschieden werden. Deshalb sollten Sie Omega-3 Kapseln oder Öl immer zu einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen um die Aufnahme auf ein Maximum zu steigern.

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