Schon Konfuzius sagte: „Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“

Viele Personen empfinden Ihre Arbeit als eine große Erfüllung und es ist toll, wenn jemand einen Beruf ausübt, der ihm große Freude bereitet. In diesem Fall werden stressige Zeiten nicht als negativ empfunden und haben somit weniger negativen Einfluss auf den Körper.

Problematisch wird es allerdings, wenn Erwerbstätige glauben, viel und lange zu arbeiten ist das Einzige, was Ihren Wert ausmacht und im gleichen Zug denken, dass es ein Zeichen mangelnder Leistungsfähigkeit ist, Ruhepausen einzulegen. Diese Personen sollten sich selbst einmal die Frage stellen, ob es ein Zeichen großer Produktivität ist, wenn man regelmäßig nachts um 1 Uhr seine letzte E-Mail verschickt und morgens um 6 Uhr wieder die erste oder ob vielleicht das Gegenteil der Fall ist? Sind sie eventuell aufgrund des Schlafmangels weniger leistungsfähig als ihre Kollegen und müssen deshalb so viel mehr arbeiten?

Genau dies ist nämlich der Fall. Der Schlafmangel hat nicht nur gravierende gesundheitliche Folgen, sondern hat zudem sehr negative Auswirkungen auf die Produktivität. Unausgeschlafenen Mitarbeiter sind weniger produktiv, weniger motiviert, weniger kreativ, weniger zufrieden und weniger engagiert als ihre Kollegen. Sie sind somit für ihre Arbeitgeber ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

Eine Studie der RAND Corporation zeigt, dass die wirtschaftlichen Kosten des Schlafmangels in Deutschland bei 1,6% des BIP liegen. Zum Vergleich: Die öffentlichen Bildungsausgaben für Schulen lagen im Jahr 2017 in Deutschland bei 2% des BIP. Weitere Studien zeigen, dass Personen, die weniger schlafen, ihre Aufgaben langsamer erledigen und insgesamt schlechtere Arbeitsleistungen erbringen.

Um wieder mehr Fokus auf die Regeneration zu legen, sollten Mitarbeiter in Firmen, in denen Gleitzeit möglich ist, ihre Arbeitszeit ihrem Chronotypen anpassen. Beim Chronotypen unterscheiden wir zwischen Lerchen und Eulen. Lerchen sind Frühaufsteher, sind morgens am produktivsten und gehen gerne früh ins Bett. Bei Eulen ist dies genau umgekehrt. Die Lerche sollte am besten möglichst früh mit der Arbeit beginnen und früher nach Hause gehen. Die Eule sollte bestenfalls später beginnen und abends länger arbeiten. Natürlich geht dies nicht in allen Berufen. Allen ist klar, dass ein Bäcker seine Arbeit nicht erst um 10 Uhr beginnen kann. Allerdings ist es auch eher unwahrscheinlich, dass jemand der eine Eule ist, diesen Beruf ergreifen wird. Ebenso kann ein Optiker, dessen Geschäft erst um 10 Uhr öffnet, seinen Angestellten nicht ermöglichen, bereits um 7 Uhr mit der Arbeit zu beginnen. In Firmen, in denen eine flexible Arbeitszeitgestaltung möglich ist, wäre es aber für alle von Vorteil, wenn die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit mehr nach ihrem Chronotypen richten könnten.

Ein besonderes Augenmerk, wenn es um Schlaf und Arbeit geht, gilt den elektronischen Geräten. Heutzutage sind elektronische Geräte aus keinem Beruf mehr wegzudenken. Jeder muss mittlerweile über das Handy erreichbar sein. Gerade elektronische Geräte spielen jedoch eine besondere Rolle, wenn es um guten Schlaf geht. Das blaue Licht der Geräte hemmt die Melatoninproduktion und hat somit einen enormen Wach-Effekt auf unseren Körper. Es wird daher empfohlen, zwei Stunden vor dem Zubettgehen auf das Handy und den Laptop/Computer zu verzichten. Zudem gehören elektronische Geräte nicht in das Schlafzimmer bzw. wenn, dann sollten wir sie ganz ausschalten. Gerade Berufstätige sollten hierauf achten, da sie am nächsten Tag ausgeruht viel leistungsfähiger sind. Auch wenn das Handy nachts „nur“ vibriert, kann dies den Schlaf schon stark beeinflussen.

Natürlich gibt es auch Ausnahmefälle, in denen es kaum möglich ist abends auf die Nutzung des Mobiltelefons oder des Computers zu verzichten, wenn zum Beispiel wichtige Termine anstehen, der Jahresabschluss vor der Tür steht o.ä. In diesem Fall können Betroffene eine Brille mit Blaulichtfilter nutzen, um unerwünschte Effekte zu reduzieren. Außerhalb besonderer Termine wäre es aber schön, wenn dem eigenen Schlaf wieder eine größere Priorität eingeräumt wird.

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