Die WHO stellt in ihrem „factsheet NR 193“ von 2014 zumindest fest:

• Mobiltelefone sind allgegenwärtig und werden von schätzungsweise 6,9 Milliarden Menschen weltweit benutzt.

• Die von Mobiltelefonen erzeugten elektromagnetischen Felder werden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft.

• Gegenwärtig laufen Studien zu den Langzeitfolgen des Mobiltelefongebrauchs.

Mobiltelefone sind ein integraler Bestandteil moderner Telekommunikation. In vielen Ländern nutzt mehr als die Hälfte der Bevölkerung Mobiltelefone und der Markt wächst rasch. In vielen Teilen der Welt sind Mobiltelefone die einzig zuverlässigen oder allein verfügbaren Telefone.


Exposition durch Mobilfunknutzung

Mobiltelefone sind Hochfrequenzsender mit niedriger Leistung, die bei Frequenzen zwischen 450 und 2.700 MHz mit Höchstleistungen zwischen 0,1 und 2 Watt arbeiten. Die Geräte senden nur dann Hochfrequenzenergie aus, wenn sie angeschaltet sind. Die Stärke der Hochfrequenzfelder (und damit die Exposition des Nutzers) sinkt mit zunehmender Entfernung des Nutzers vom Mobiltelefon. Nutzt man sein Smartphone auch smart, also bei 30 bis 40 cm Abstand vom Körper, z.B. beim Schreiben von SMS, Surfen im Internet oder mit einer Freisprecheinrichtung, ist man dem elektromagnetischen Feld weniger ausgesetzt als bei der Nutzung direkt am Ohr. Wird das Mobiltelefon zudem in Gebieten mit gutem Empfang genutzt, lässt sich die Exposition zusätzlich verringern, weil das Gerät mit geringerer Leistung arbeiten kann. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde eine große Zahl von Studien zur Bewertung möglicher gesundheitlicher Wirkungen von Mobiltelefonen durchgeführt. Bis heute konnten keine negativen Gesundheitseffekte durch die Nutzung von Mobiltelefonen festgestellt werden, die den EMF direkt zugeordnet werden konnten. Laut WHO rechtfertigen die zunehmende Nutzung von Mobiltelefonen und der Mangel an Daten zur Mobilfunknutzung über Zeiträume von mehr als 15 Jahren weitere Untersuchungen des Zusammenhangs zwischen Mobiltelefonnutzung und dem Hirntumorrisiko. Insbesondere aufgrund der aktuellen Popularität von Mobiltelefonen bei jüngeren Menschen und damit einer potentiell längeren Expositionsdauer im Laufe ihres Lebens hat die WHO weitere Untersuchungen in Bezug auf Menschen in dieser Lebensphase angeregt. Die IACR hat faktisch hochfrequente Elektromagnetische Felder (also Handy, WLAN, DECT usw. ) als „möglicherweise krebserregend für Menschen eingestuft (Gruppe 2B)“, eine Klassifizierung, die benutzt wird, wenn ein möglicher Zusammenhang glaubwürdig erscheint, aber Zufall, Bias oder Confounding nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden können.


Die Wahrheit liegt wohl für den Moment irgendwo zwischen der absoluten Verharmlosung und der teils dramatischen Schilderung der hervorgerufenen Krankheitsbilder. Mit steigender Strahlungsdichte ist aber eine Verschiebung in die Richtung der negativen Folgen wahrscheinlicher. Ganz sicher ist nämlich die Tatsache, dass diese Situation für unsere Spezies eine vollkommen neue gesundheitliche Herausforderung darstellt. Eines ist jedem klar: unser Körper wurde schon 2,8 Millionen Jahre vor Einführung all dieser strahlenden Medien designt und sie sind daher eher ein notwendiges Übel in der technisierten Zeit als ein Wunderheilmittel. Die für 2019/2020 anvisierte Einführung des 5G-Standards gewährt Ihnen vielleicht die Option, auch im hinterletzten Fleckchen Bergwald in voller Geschwindigkeit Videos im Internet anzuschauen, aber es dürfte jedem klar sein, dass das mit einem gewissen Preis erkauft wird. Veränderte Umwelteinflüsse haben für den Homo Sapiens immer die Notwendigkeit der Evolution bedeutet. Evolution beginnt zunächst mit Veränderungen. Diese Veränderungen sind jedoch im Bereich Strahlungsdichte zunächst schwierig abzusehen.


Fazit: Neue Technologien bieten dennoch mehr Chancen, als Risiken!


Trotz all der oben erwähnten Gefahren, welche die modernen Technologien mit sich bringen, sollte doch eins klar sein: Sie ermöglichen uns eine nie dagewesene Lebensqualität und bergen enorme Chancen für persönliche Entwicklung. „Die sozialen Vorteile der Internetnutzung werden im Laufe der nächsten Jahrzehnte die negativen Aspekte bei weitem überwiegen.“, stellt eine repräsentative Umfrage unter US-Amerikanischen Technologieexperten fest. Die meisten der Umfrageteilnehmer stellten dabei vor allem die positive soziale Kraft des Internets in den Vordergrund. Es habe eine weltweite Vernetzung und somit ein „Zusammenrücken“ der Menschen ermöglicht. Das kommunikative Potenzial, das dem Web beim Knüpfen, Pflegen und Erhalten von sozialen Beziehungen zukommt, sei unbestreitbar.
Der Schlüssel zum Glück liegt wie immer im Einhalten des berühmten gesunden Maßes. Entwickeln Sie ein Bewusstsein für Ihre digitale Nutzung, so wie Sie beispielsweise ein Bewusstsein für Ihre Ernährung entwickelt haben, und bleiben Sie dadurch auf der Sonnenseite des technologischen Fortschritts.

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